Xanthelasma palpebrarum – oft kurz als Xanthelasmen bezeichnet – sind flache bis leicht erhabene, gelblich-weiße Plaques, die sich typischerweise an den inneren Winkeln der Ober- und Unterlider bilden. Der Begriff setzt sich aus dem griechischen xanthos (gelb) und elasma (Platte) zusammen und beschreibt damit treffend das Erscheinungsbild dieser Hautveränderungen. Medizinisch handelt es sich um eine Form des kutanen Xanthoms, also um lokale Ansammlungen von lipidbeladenen Makrophagen (sogenannten Schaumzellen) in der Dermis.
Xanthelasma palpebrarum gelten als die häufigste Form der Xanthome und betreffen vorwiegend Frauen ab dem mittleren Lebensalter. Obwohl sie für sich genommen harmlos und schmerzlos sind, können sie ein Hinweis auf erhöhte Stoffwechselprozesse sein: In etwa 50 Prozent der Fälle liegt eine Hyperlipidämie – also ein erhöhter Blutfettspiegel – zugrunde. Eine ärztliche Abklärung des Lipidprofils ist daher bei neu aufgetretenen Xanthelasmen stets empfehlenswert, bevor kosmetische Maßnahmen in Betracht gezogen werden.
Die Ablagerungen entstehen, wenn Cholesterin und andere Lipide aus dem Blut in die Haut diffundieren und dort von Makrophagen aufgenommen werden, die sich in der Folge zu Schaumzellen umwandeln. Diese Schaumzellen lagern sich in der Epidermis und oberen Dermis ab und sind von außen als gelbliche, weiche Plaques sichtbar. Das kosmetische Erscheinungsbild ist in der Regel symmetrisch und schreitet ohne Behandlung langsam fort.
Wirkungsweise
Die Entstehung von Xanthelasma palpebrarum beruht auf einem lokal gestörten Lipidhaushalt der Haut. Cholesterin und Lipide aus dem Blutkreislauf gelangen in das periokuläre Gewebe, wo sie von phagozytierenden Makrophagen aufgenommen werden. Diese Makrophagen können die aufgenommenen Lipide nicht vollständig abbauen und wandeln sich in sogenannte Schaumzellen um. Diese Schaumzellen akkumulieren in der Dermis und bilden makroskopisch sichtbare, gelbliche Plaques.
Das periokuläre Gewebe ist anatomisch besonders empfindlich: Die Haut an den Augenlidern gehört zu den dünnsten Hautpartien des Körpers – sie ist reich an Blut- und Lymphgefäßen, verfügt aber über vergleichsweise wenig subkutanes Fettgewebe. Dadurch sind selbst kleine Lipidansammlungen optisch deutlich sichtbar. Die Hautalterung kann das Erscheinungsbild zusätzlich verstärken, da die Elastizität der Haut mit zunehmendem Alter nachlässt und strukturelle Veränderungen der Lidpartie begünstigt werden.
Therapeutisch zielen alle Behandlungsansätze darauf ab, die Schaumzell-Akkumulationen zu entfernen oder aufzulösen. Verfahren wie die Laserablation verdampfen das Gewebe gezielt, TCA-Peeling koaguliert die Plaques chemisch, und operative Exzision entfernt die Ablagerungen mechanisch. Die ästhetisch-medizinische Verwendung von Desoxycholsäure nutzt den Mechanismus der Adipozytolyse – die Auflösung von Fettzellen durch Zerstörung der Zellmembran.
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